Die meisten Menschen haben ihre Schwierigkeiten, den üblichen und typischen Meditationsanleitungen in der Praxis zu folgen.

Manche würden sogar sagen, dass man sie in die Tonne treten könnte.

Ich sage nicht gleich “in die Tonne treten”, dafür aber, dass sie der “mentalen Realität” oft nicht gerecht werden.

Wie oft hast du und ich schon gelesen, dass man “einfach” seine Gedanken beobachten oder an nichts denken sollte.

Wenn man von Gedanken abgelenkt wird soll man wieder zum Atem, dem Manta oder einer anderen beliebigen “Mediation-Stütze” zurückkehren.

Das ist gut gemeint und hört sich in der Theorie auch plausibel an.

Es ist leichter gesagt als getan, wenn diese so genannten Gedanken, die aus deinem Unterbewussten stammen mit Niagarafällen oder einem Tornado der Klasse F5 vergleichbar sind und du regelrecht in die starke Wasserströmung nach unten oder Wirbelströmung nach oben hineingerissen wirst und darin verschwindest.

Leider packt diese Sorte Anleitung nicht bei der Wurzel an und übersieht ein essentielles Hindernis im tiefen “Untergrund” deiner Psyche – die unter den Gedanken liegenden Emotionen.

Diese die Meditation störenden Gedanken und darunter liegenden Emotionen gehören zu der “Schmutzschicht”, die dich im Stress halten und sowohl von erhöhten Bewusstseinszuständen wie auch von entspannter und erhöhter Produktivität abhalten.

Sie stehen auch in enger Verbindung zu limitierenden Glaubenssätzen, wozu es bald einen “Monsterartikel” geben wird.

 

Negative Gedanken und 5 unterschiedliche geistige oder mentale Stadien nach Pantajali (aus den Yoga Sutras)

Die Yogis und vorneweg Pantajali waren streng genommen die ersten Psychologen, die die unterschiedlichsten geistigen Zustände untersuchten und analysierten.

Eine durchweg psychologische Abschrift und Analyse mentaler Zustände sind hier die tausende Jahre alten Yoga Sutras von Patanjali.

  • Ksipta: Gedanken und Gefühle kommen und gehen nahezu unbewusst in schneller Abfolge. Dir ist somit nicht einmal bewusst, dass dich Emotionen und Gedanken in einen Strudel reißen.
  • Mudha: Der Geist ist wie ein großer schwerer Wasserbüffel, der sich für mehrere Stunden an ein und dem selben Ort aufhält. Das passiert den meisten nach einer größeren Mahlzeit, mir nach einer größeren “Anti-Paleo Lasagne” oder im Nachmittagstief, je nach Chronotyp.
  • Viksipta: Die Gedanken bewegen sich ziellos umher. In diesem Zustand finden sich oft Zweifel und Hindernisse. Gedanken bewegen sich zwischen Vertrauen und Gleichgültigkeit.
  • Ekagrata: Der Geist ist relativ klar. Gedankliche und emotionale Ablenkungen trüben diese Klarheit nur geringfügig.
  • Niroda: In diesem Geisteszustand ist Einheit (Yoga) zwischen Subjekt (dir, dem geistigen Beobachter) und Objekt hergestellt. Der Geist kann sich dabei lediglich auf eine Sache konzentieren, ohne sich mit anderen Gedanken und externe Faktoren ablenken zu lassen. Hier wären wir wieder beim Flow-Zustand und erhöhten Bewusstseinszuständen, die uns ortsunabhängige Unternehmer in einen besonders produktiven Bereich bringen können.

Schön und gut, du kennst jetzt die unterschiedlichen geistigen Stadien, die Einfluss auf erhöhte Bewusstseinszustände und entspannte Produktivität haben.

Besonders die ersten drei stellen hierbei die Hindernisse dar und rufen verstärkt Stress hervor.

Wir haben uns aber noch nicht mit den Emotionen auseinandergesetzt.

Denn nach einem meiner Lieblingsautoren, dem Psychiater und spirituellen Lehrer Dr. Hawkins können alleine von einer in der tiefe schlummernden Emotion hunderte bis tausende unterschiedliche Gedanken ausgehen.

Insofern macht es wenig Sinn bei der Meditation die Gedanken anzugehen, sondern besser die Wurzel, die Emotionen.

Gedanken sind lediglich die Wegweiser zur darunter liegenden Emotionen und Glaubenssätzen.

Die menschliche Psyche hat sich allerdings allerlei Tricks einfallen lassen, um sich mit diesen lästigen Emotionen nicht beschäftigen zu müssen.

 

Negative Gedanken und 3 Mentale Mechanismen nach Dr. Hawkins

 

1. Unterdrückung und Verdrängung

Hierbei schieben wir Gefühle entweder bewusst (Unterdrückung) und unbewusst (Verdängung) beiseite.

Wenn wir Gefühle verdrängen, existiert zu ihm so viel Schuld und Angst, dass es nicht einmal bewusst wahrgenommen werden kann.

Es wird sofort in das Unterbewusstsein verschoben, bevor es an die Oberfläche geraten kann.

Die Psyche sorgt mit unterschiedlichen Strategien und Taktiken dafür, dass dieses Gefühl gefälligst dort bleibt, wo es hin verfrachtet wurde.

 

2. Mitteilen

Bei diesem Mechanismus wird die Emotion der Außenwelt in unterschiedlichsten Varianten und Ausführungen mitgeteilt.

Die landläufige Meinung in der Gesellschaft ist oft, dass Gefühle besser der Außenwelt mitgeteilt werden, um sie los zu werden oder zu verarbeiten.

Leider stellt sich die Faktenlage anders dar.

Im ersten Schritt wird die Emotion durch seine Mitteilung weiter verbreitet und wird mit mehr Energie aufgeladen.

Im zweiten Schritt wird bei diesem Mechanismus der durch die Emotion verursachte innere Druck nur teilweise abgebaut.

Das Überbleibsel davon wird aber immer noch verdrängt.

Wenn wir negative Emotionen und Gedanken auf andere Menschen in unserer Umgebung abladen (siehe mein Artikel zu toxischen Menschen), nehmen diese das als einen Angriff war.

Diese sind wiederum dazu genötigt, diese weiterverbreiteten Gefühle entweder ebenfalls zu verdrängen, zu unterdrücken, zu äußern oder ihnen zu entfliehen.

Aus diesem Grund führt das Mitteilen negativer Gefühle über kurz oder lang zur Verschlechterung und Zerstörung von Beziehungen.

 

3. Die Flucht (besonders verbreitet)

Wir flüchten vor negativen Emotionen, in dem wir uns mit unterschiedlichen Dingen ablenken und sie damit vermeiden.

Diese Vermeidungsstrategie ist die Existenzgrundlage für eine gesamte Branche (unter anderem die Unterhaltungsindustrie und alkoholische Getränkeindustrie).

Der Bereich des im Englischen als “Escapism” bezeichneten Vermeidungsstrategie ist ein gesellschaftlich geduldeter Mechanismus.

Mit Hilfe dieses Mechanismus können wir das Innere von uns vermeiden und unsere Gefühle davon abhalten, an die Oberfläche zu geraten.

Neben den bereits oben genannten Branchen gibt es endlos viele weitere Möglichkeiten seine individuelle Flucht vor sich selbst zu betreiben und mit der Zeit in die Abhängigkeit des Fluchtmittels zu geraten.

Viele Menschen möchten dringend unbewusst bleiben und haben regelrecht Angst, sich mit sich selbst und ihrem Inneren zu befassen oder zu konfrontieren.

Nachvollzierbar ist dabei, dass sie sich besonders davor fürchten, mit sich alleine zu sein.

Endloses und nahezu zwanghaftes Sozialisieren, Reden, Texten, Lesen, Musikhören, Arbeiten, Reisen, Shoppen, Überessen, Glücksspielen, Gamen, Filme-Schauen, Pillen-Einschmeißen, Drogenkonsum und Feiern sind bei der Vermeidung des mit sich “Alleine-Seins” nur bedingt hilfreich.

Sie sind stressig und ineffektiv, da jede dieser Aktivitäten einen großen Energieaufwand für sich benötigt.

Diese Energie wird benötigt um den wachsenden Druck der verdrängten negativen Emotionen unten zu halten.

Verdrängte negative Emotionen verursachen damit über kurz oder lang Stress.

 

Negative Gedanken, Emotionen und Stress

Die tatsächliche Quelle von Stress ist damit in unserem Inneren zu suchen und nicht im Außen.

Die Bereitschaft auf einen äußeren Umstand mit Angst zu reagieren, hängt von unseren limitierenden Glaubenssätzen ab und wie viel Angst bereits in unserem Inneren vorhanden und verdrängt worden ist.

Nach Dr. Hawkins und auch nach meiner eigenen Erfahrung aus Meditationen und der Selbstergründung ist damit für den ängstlichen Menschen diese Welt erschreckend und unheimlich und der wütende Mensch wird sie bestehend aus Chaos und Ärger wahrnehmen.

An dieser Stelle gibt es wieder einen Zusammenhang zur Art und Weise wie diese auf den ersten Blick “materielle” Welt tatsächlich entsteht.

Was wir damit im Inneren halten, färbt unsere Welt ein.

Wir konzentrieren uns auf das, was wir irgendwann einmal unterdrückt oder verdrängt haben.

Stress resultiert damit aus angesammeltem Druck der unterdrückten und verdrängten negativen Emotionen.

 

 

Warum viele Stressabbau-Methoden nicht effektiv sind

Der vorherige Punkt liefert auch die Erklärung dafür, warum viele Stressabbau-Methoden nicht effektiv sind und nur an der Oberfläche kratzen.

Sie versuchen lediglich die Nachwirkungen oder Symptome von Stress zu reduzieren oder sie konzentrieren sich auf die auf den ersten Blick “externen Stressfaktoren”, anstatt die Ursache bei der Wurzel anzupacken.

Muskelverspannung ist beispielsweise eine Symptom von Sorge, Angst, Wut und/oder Schuld.

Dem Betroffenen progressive Muskelentspannung zu empfehlen, ist zwar naheliegend und gut gemeint, hat aber nur eine kurze Wirkung.

Effektiver wäre die darunter liegenden verdrängten und unterdrückten negativen Emotionen zu beseitigen.

Wie eng die körperlichen Symptome mit unterdrückten oder verdrängten Gefühlen verbunden sind, konnte ich in der Vergangenheit des öfteren schon sowohl bei mir als auch bei anderen beobachten.

Als Yogalehrer und als Teilnehmer auf Seminaren bei intensiven über länger als eine Stunden andauernden Atemtechniken hatte ich schon öfters Menschen in meiner Nähe, die durch die wegfallende Anspannung Zugang zu ihrem Unterbewusstsein hatten, sich plötzlich mit verdrängten Gefühlen konfrontiert sahen und von diesen überwältigt wurden.

Das führte meist zu Tränen, hatte aber eine enorm erleichternde Wirkung für den Betroffenen.

Ich erinnere mich dabei an eine Meditation vor einigen Jahren, in der eine Frau plötzlich zu weinen anfing und sich darüber so klar wie nie war, dass sie ihren künftigen Mann gar nicht heiraten wollte.

Das kleine Problem war nur, dass sie sich nur wenige Tage vor ihrem Heiratstermin befand.

Das war zwar nicht der beste Zeitpunkt, aber etwas besser als das erst nach der Heirat viele Jahre später bereits mit Nachwuchs festzustellen.

 

Was du vor oder auch während dem Meditieren machen kannst

Solltest du es wieder einmal mit Meditieren versuchen und dich davor oder währenddessen immer wieder mit vielen (negativen) Gedanken konfrontiert sehen, kannst du als Vorbereitung und auch immer mal wieder während der Meditation die “Letting Go” Technik von Dr. Hawkins anwenden.

Diese denkbar simple aber nicht leichte Technik macht das Gegenteil der oben beschriebenen mentalen Mechanismen.

Bei der Technik des Loslassens machst du dir im ersten Schritt das negative Gefühl bewusst und lässt es an die Oberfläche kommen und bleibst bei ihm.

Dabei lässt du es das tun, was es tun soll, ohne es zu ändern.

Erlaube dir das Gefühl zu haben, ohne sich gegen es zu wehren, es anderen mitzuteilen, es zu fürchten, es zu verdammen oder über es zu moralisieren.

Besonders sich gegen ein Gefühl zu wehren, lässt es weiterhin existieren.

Du gibst ihm damit die Energie, die es zum Überleben benötigt.

Bleibe bei dem betreffenden Gefühl bis die Energie hinter ihm mit der Zeit nachlässt.

Fokussiere dich immer wieder auf das Gefühl hinter den zuerst auftauchenden Gedanken (Symptome für ein darunterliegendes Gefühl).

Wenn dir zum Beispiel beim Beginn der Meditation immer wieder Gedanken zu einem schwierigen Kunden oder Partner kommen und du dich beginnst in seinen unterschiedlichsten Variationen im Kreis zu drehen, fühle einmal stärker hin.

Welches negative Gefühl verbirgt sich hinter diesen Gedanken?

Vielleicht Wut, Angst, Enttäuschung oder alle zusammen?

In diesem Fall arbeitest du nacheinander diese Gefühle mit der obigen Methode ab, um die von ihnen ausgehenden Gedanken still zu legen.

Anders betrachtet können wir für diese auf den ersten Blick störenden Gedanken im Sinne des mentalen Stadiums “Viksipta” aus den Patanjali Yoga Sutras dankbar sein.

Sie sind ähnlich wie Bewegungsmelder so genannte “Gefühlsmelder”, die uns sagen:

“Sorry für die Unterbrechung, aber da gibt’s noch ein verdrängtes negatives Gefühl in deinem Unterbewusstsein, dass mal deine Aufmerksamkeit verdient hat.”

Die einmalige Anwendung dieser Technik ist keine Garantie dafür, dass das Gefühl nicht wieder erneut auftaucht.

Wenn ein “bearbeitetes” negatives Gefühl wieder zurückkehrt, bedeutet es nur, dass es noch mehr Anteile von ihm gibt, die noch losgelassen werden müssen.

Dieses Zurückkehren von negativen Gefühlen ist vor allem nachvollziehbar, wenn du ein bestimmtes Gefühl über viele viele Jahre verdrängt und unterdrückt hast.

Das ist vergleichbar mit einer voll aufgeblasenen Luftmatratze, aus der du möglichst schnell wieder die Luft herauslassen möchtest.

Im ersten Schritt setzt du dich auf die Luftmatratze und hast den Eindruck schon recht viel Luft herausgelassen zu haben. Nur ist da immer noch ein Rest, den du durch weiteres Zusammenrollen, Falten und Gewichtsverlagerung etc. weiter herauslassen kannst.

Du faltest sie immer kleiner zusammen und es kommen immer wieder einige restlichen Luftanteile heraus.

Negative Gefühle Loslassen lohnt sich aber. Danach fühlst du dich leichter, reduzierst Stress, kannst vor allem wesentlich ungestörter Meditieren und in deinem ortsunabhängigen Business entspannt produktiv sein.

Der Zugang zu höheren Bewusstseinsebenen in der Meditation wird für dich auch leichter werden, wenn du innerhalb der Meditation immer wieder zur Technik des Loslassens zurückkehrst, sollten weitere Gedanken auftauchen.

Und das werden sie bestimmt.

Irgendwann werden die Gedankenpausen länger und damit auch deine Verweildauer im höheren Bewusstsein oder höheren Selbst.

 

Fazit:

Du erkennst jetzt möglicherweise, wie negative Gedanken und damit negative Gefühle mit Stress und Hindernissen beim Meditieren in Zusammenhang stehen.

Entspannt produktiv wirst du, in dem du höhere Bewusstseinsebenen für dich zugänglich machst.

Diese bleiben aber größtenteils verdeckt, wenn verdrängte oder unterdrückte Emotionen den Geist mit Gedanken vernebeln und für die weiteren mentalen Mechanismen der Verdrängung zu weiterem Stress führen.

Lass mich wissen, ob du die Technik einmal ausprobiert hast und wie es dir damit ging 🙂

 

Share This